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Mittwoch, 19. Mai 2021

Bernina 950 - Füßchenhalterung

Da die Frage in Zusammenhang mit Nähfüßchen immer wieder auftaucht, eine Nahaufnahme der Füßchenhalterung meiner Bernina 950 Industrial, einmal mit Füßchen und einmal ohne:



 

Der Teil, der an der Füßchenstange angeschraubt ist und den Schaft des Nähfüßchens hält, heißt im Fachhandel "Klemmstück Bernina V1"

(V2 ist für die Bernina 1008 und einige weitere Modelle bestimmt.)

Und noch zwei Fotos von links und rechts:



und von hinten:




Samstag, 1. November 2014

Die Nadeln sind eingetroffen

Die Nadeln sind eingetroffen. Sie erzählen ein Stück Industriegeschichte. Leo Lammertz war ein bekannter Nähmaschinenhersteller in Aachen, in dessen Fabrik über 130 Jahre lang Nadeln für zahlreiche Nähmaschinenfabrikate produziert wurden. Ende des 20. Jahrhunderts geriet die Branche in zunehmende Schwierigkeiten. 1994 wurden sämtliche Vertriebs- und Marketingaktivitäten des 1861 gegründeten Unternehmens  von der Rheinnadel GmbH, ebenfalls in Aachen, übernommen, der Betrieb wurde Ende 1994 eingestellt. Auch die Rheinnadel GmbH gibt es heute nicht mehr, ihre Nähnadelproduktion wurde 2004 geschlossen. Die Markenrechte und Lagerbestände von Lammertz wurden in der Folge offenbar vom ehemaligen Mitbewerber Groz-Beckert erworben, der heute nur mehr Nadeln für Industrienähmaschinen und diverse Spezialzwecke erzeugt, zum Großteil allerdings in Asien.



Meine fabriksneuen Nadeln lagen vor dem Versand offenbar schon etwas länger im Regal: sie sind noch in Papierpäckchen mit dem Aufdruck Leo Lammertz verpackt, das Plastiksackerl, in dem die beiden kleinen Päckchen sich befanden, ist mit Grosz-Beckert beschriftet.


Literaturtipp: Eine ausführliche Darstellung der Geschichte der Nadelherstellung im Raum Aachen findet sich Aachen im Wandel der Zeit. Aufstieg, Bestehen und Niedergang der Aachener Nadelindustrie, von Wolfgang Müller. http://www.kaleidoskop-aha.de/index_htm_files/Aufstieg%20und%20Niedergang%20der%20Aachener%20Nadelindustrie-c.pdf

Links: http://www.hobbyschneiderin.net/showthread.php?6418-Die-richtige-Nadel-zu-w%E4hlen-ist-wichtig-nur-welche-ist-richtig
http://www.btrade.ch/Nadeln-fuer-Industrie-Maschinen__05-30
http://www.sewingmantra.com/index.php/news/needle-manufacturer-schmetz-files-for-bankruptcy/
http://www.aachener-nachrichten.de/news/wirtschaft/die-chronik-eines-angekuendigten-todes-1.366122
http://www.groz-beckert.com/cms/de/groz_beckert/history/
http://www.klasse.com/en/history.php
http://www.genios.de/presse-archiv/artikel/FAZ/19940308/rheinnadel-expandiert/F19940308PONSEL4100.html
http://www.schmetz.com/de/ueber-uns/unternehmen/ ...
http://www.aachen.de/de/wirtschaft_technologie/wirtschaftsstandort_aachen/stadtteilerneuerung/wifoe_ost/nadelfabrik/geschichte_gegenwart_zukunft/index.html

Samstag, 25. Oktober 2014

Der Garnrollenständer

Schön und nützlich.






Solche verzierte Garnrollenständer gab es bei Gewerbe- und Industrienähmaschinen früher recht häufig. Sie waren an der rechten Tischkante montiert und trugen nicht nur Garnteller und Galgen für die Nähgarnführung, sondern schützten auch vor unbeabsichtigtem Kontakt mit dem Kraftspuler oder dem Keilriemen. Außerdem war die Marke der Maschine schon von weitem zu sehen.

Hier noch einmal montiert:


Samstag, 27. September 2014

Der Kantenanschlag

"Josef" aus dem Forum Hobbyschneiderin 24 wusste die Antwort auf meine Frage über den merkwürdigen Mechanismus im Zubehör meiner Pfaff 133:

Es ist ein abschaltbarer Kantenanschlag, der mit zwei Schrauben neben der Stichplatte befestigt wird. http://www.hobbyschneiderin24.net/portal/showpost.php?p=2314334&postcount=28

Und so sieht der Kantenanschlag (einige Tage später und nach dem Reinigen und Schmieren des Nähmaschinenkopfes) montiert aus:




Sonntag, 21. September 2014

Die Nähmaschinennadeln

Die Pfaff 133 braucht Nähmaschinennadeln System 133. Das sind Rundkolbennadeln mit einer Länge von 29,8 mm und einem Kolbendurchmesser von 2 mm.




Wie die System 1738 Nadeln in die Zubehörbox der Vorbesitzerin geraten sind, wird sich wohl nicht mehr eruieren lassen. Sie sind länger und am Kolben dünner als System 133.

Leider sind System 133 Nadeln heute kaum mehr lagernd, da es kaum noch Nähmaschinen gibt, in denen sie verwendet werden. Insgesamt gab es einst über 4000 Nadelsysteme, fast jedes davon mit unterschiedlichen Spitzenformen und in mehreren Stärken. Nach dem zweiten Weltkrieg versuchten die Maschinenhersteller, sich auf einige wenige Systeme zu einigen, aber es gibt noch immer verwirrend viele.

"Meine" System 133 Nadeln habe ich nach längerer Suche bei einem Händler in der Schweiz gefunden und bestellt. Langfristig könnte ich die Nadelstange höher stellen lassen, damit ich die weit verbreiteten System 134 Nadeln verwenden kann.

Samstag, 13. September 2014

Die Pfaff 133 zieht bei mir ein und ein erste Blick aufs Zubehör

Es kam, wie es kommen musste: ich konnte nicht widerstehen ;) Die Maschine sah für ihr Alter und den seinerzeit sicher intensiven Gebrauch gut erhalten und komplett aus. Für den defekten Motor würde sich ein Ersatz finden lassen, wenn die Reparatur unmöglich sein sollte.

Vielen Dank an meine Kollegin Elisabeth V., an Freund Ewald W. und an Familie Fischer für die Hilfe beim Transport! Der Maschinenkopf wiegt 20 kg. Den Gusseisentisch samt Motor habe ich nicht abgewogen - damit auf der Badezimmerwaage zu balancieren, war mir eindeutig zu akrobatisch. Maschine und Tisch mussten vom der 3. Stock (Altbau, ohne Lift) runter getragen und ins Auto gehoben und hier in den 2. Stock (Altbau, ohne Lift) getragen werden.

Nachdem der Schweiß weggeduscht war, habe ich zunächst nur Fotos vom Zubehör gemacht, das sich in der Tischlade befand:


Die Pfaff 133 hat, wie die Pfaff 138 und einige andere ältere "Handwerkermaschinen" von Pfaff, Füßchen mit einem hohen Schaft (41 mm). Außer dem an der Maschine montierten schmalen Steppfuß war ein Kantenfuß (Reißverschlussfuß) dabei und ein Schaftadapter "PFAFF 6603" mit dem man auch die kürzeren Füßchen von Haushaltsnähmaschinen verwenden kann, sowie zwei Säumerfüßchen, Schrauben, passende und nicht passende Spulen, Kohlen für den Motor, ein Ersatzriemen, einige Nähnadeln Stärke 70 und 80 und ein Hebelmechanismus, den ich mir zunächst nicht erklären konnte: